Minisymposien

Die nachfolgend aufgeführten 14 Minisymposien (MS) wurden durch das diesjährige GDM-Programmkomitee eingerichtet. Sie werden am Donnerstag, 12.03. und Freitag, 13.03. stattfinden.

Minisymposien bestehen nach Vorgabe des Programmkomitees aus mindestens vier und höchstens sechs Einzelbeiträgen. Der Zeitrahmen für einen Einzelbeitrag berägt 45 Minuten (inkl. Diskussion und 10 min Wechselpause).

MS 1: Lernen, Lehren und Forschen mit digitalen Medien im Mathematikunterricht der Primarstufe


Roland RINK, Braunschweig
Daniel WALTER, Münster

Aktuelle bildungspolitische Entwicklungen, wie die ‚Strategie: Bildung in der digitalen Welt’ (KMK 2016) oder die ‚Bildungsoffensive für die digitale Wissensgesellschaft’ (BMBF 2016), die sowohl Kompetenzerwartungen als auch umfangreiche finanzielle Förderungen für den Einsatz digitaler Medien im Fachunterricht festschreiben, erfordern für dieses Themenfeld eine stärkere Beachtung seitens der Mathematikdidaktik. Um diesen aktuellen Entwicklungen Rechnung zu tragen, ist es das Ziel des Minisymposiums „Lernen, Lehren und Forschen mit digitalen Medien im Mathematikunterricht der Primarstufe“, aktuelle Forschungs- und Entwicklungsarbeiten zum fachbezogenen Einsatz digitaler Medien im Mathematikunterricht sowie Möglichkeiten für die Aus- und Fortbildung von Mathematiklehrkräften zu thematisieren. Gemäß des ‚Primats der Fachdidaktik’ erfolgt eine kritische Bewertung von Forschungsprojekten und Lehr-Lernangeboten, die sich an den technischen Gegebenheiten und daraus resultierenden fachdidaktischen Potentialen orientieren.

MS 2: Adaptive Konzepte für das Fördern begabter SchülerInnen im regulären Mathematikunterricht


Friedhelm KÄPNICK, Münster
Ralf BENÖLKEN, 
Wuppertal
Lea SCHREIBER, Münster

Die verschiedenen Stärken und Bedarfe besonders begabter SchülerInnen zu erkennen und ihre Potenziale zu fördern, sind für jede Lehrkraft große Heraus-forderungen – auch weil zugleich alle Lernenden einer Klasse individuell gefördert werden sollen. Hier setzt der Fokus des Symposiums an: Ausgehend von theoretisch-konzeptuellen Rahmungen der Initiative „Leistung macht Schule“ sollen adaptive Konzepte für eine diagnosebasierte individuelle Förderung besonders begabter SchülerInnen im regulären Mathematikunterricht erörtert werden. „Adaptiv“ meint hier, dass Lehrkräfte die zu entwickelnden Konzepte effektiv nutzen und flexibel an jeweilige Bedingungen „vor Ort“ anpassen können.

MS 3: Funktionales Denken – Die Perspektiven Lehrpersonenbildung und Förderung von Lernenden


Jürgen ROTH, Koblenz-Landau
Michaela LICHTI, Koblenz-Landau
Marcel KLINGER, Duisburg-Essen

Im März 2019 wurde auf der Tagung "f³ - fachdidaktische Forschungsperspektiven Funktionen" an der Universität Koblenz-Landau mit der Zusammenarbeit mehrerer Standorte zum Thema Funktionales Denken begonnen. Im Rahmen des Minisymposiums soll diese Zusammenarbeit fortgesetzt und unter Einbeziehung weiterer Standorte und Forschender vorangetrieben werden. Das Ziel ist die Zusammenstellung und Vernetzung des aktuellen Forschungstandes aus unterschiedlichen Perspektiven, wobei sowohl Aspekte der Förderung von Lernenden als auch von (angehenden) Lehrpersonen aus theoretischer wie praktischer Sicht adressiert werden.

Thematische Schwerpunkte:

  • Vernetzung theoretischer Perspektiven auf Funktionales Denken
  • Lernprozesse beim Funktionalen Denken
  • Förderung des Funktionalen Denkens von Lernenden
  • Adressierung von Funktionalem Denken in der Lehrpersonenbildung
  • Messung von Funktionalem Denken
  • Diagnose von Funktionalem Denken
MS 4: Innovative Ansätze in der Forschung zur Lehrerprofessionalität


Gabriele KAISER, Hamburg
Stefan KRAUSS, Regensburg
Nils BUCHHOLTZ, Oslo

Im Symposium sollen verschiedene in den letzten Jahren im Rahmen von empirischen (large-scale) Studien entwickelte Ansätze zur Untersuchung von Lehrerprofessionalität, genauer zu den Strukturen professioneller Kompetenzen von Lehrkräften unter einer fachspezifischen Perspektive diskutiert werden. Dabei sollen empirisch identifizierte Zusammenhänge der professionellen Kompetenzen von Mathematiklehrkräften - verstanden als kognitive und affektive Dispositionen - sowie situierte Kompetenzen der professionellen Unterrichtswahrnehmung mit Aspekten der Unterrichtsqualität und den Leistungsfortschritten von Lernenden analysiert werden. Insbesondere sollen Studien zur Aufgaben- und Unterrichtsqualität und deren fachspezifische Ausdifferenzierung vorgestellt werden und innovative Formen der Auswertung von large-scale-Daten. Das Symposium soll mit einem Vortrag zum Stand der empirischen Diskussion zur Kompetenzmessung von Mathematiklehrkräften eingeleitet werden.

Mögliche thematische Schwerpunkte:

  • Stand der Diskussion zur professionellen Unterrichtswahrnehmung (Noticing): Ansätze zur Konzeptualisierung und zur Messung/Evaluation
  • Unterrichts- und Aufgabenqualität als zentrale Einflussfaktoren auf Leistungsfortschritte der Lernenden und Zusammenhänge mit den professionsbezogenen Kompetenzen von Lehrkräften
MS 5: Theoretische Konzeptionen und empirische Studien zum Modellieren in Schule und Hochschule


Gilbert GREEFRATH, Münster
Hans-Stefan SILLER, Würzburg
Katrin VORHÖLTER, Hamburg

Theoretische Konzeptionen und empirische Studien zum mathematischen Modellieren gehören zu einem Forschungsgebiet der Mathematikdidaktik, welches sich großer internationaler Aufmerksamkeit erfreut. In den letzten Jahrzehnten weiteten sich im deutschsprachigen Raum die Forschungsaktivitäten in diesem Gebiet zu größeren Forschungsprojekten aus. Aktuelle Studien fokussieren auf Akteure von Modellierungsprozessen, also Lernende unterschiedlicher Altersstufen sowie Lehrende. Hier werden neben Hilfsmitteln, Scaffolding-Maßnahmen und Interventionsmaßnahmen beim mathematischen Modellieren auch die Kompetenzen angehender Lehrkräfte zum Lehren mathematischen Modellierens in den Blick genommen. Auch äußeren Rahmenbedingungen wie bestimmte Unterrichtssettings, welche den erfolgreichen Erwerb von Modellierungskompetenzen beeinflussen können, wird zunehmend Aufmerksamkeit gewidmet. Nichtsdestotrotz ist nach wie vor eine große theoretische Diskussion über relevante Aspekte zum Modellieren vorhanden. Das Minisymposium gibt einen Überblick über unterschiedliche Forschungsaktivitäten und -projekte zum mathematischen Modellieren von Lernenden in der Schule und angehenden Lehrkräften in der Hochschule im deutschsprachigen Raum, sodass Perspektiven für weitere Forschungsmöglichkeiten konstruktiv diskutiert werden.

Das Minisymposium gibt einen Überblick über unterschiedliche Forschungsaktivitäten und -projekte zum mathematischen Modellieren von Lernenden in der Schule und angehenden Lehrkräften in der Hochschule im deutschsprachigen Raum, sodass Perspektiven für weitere Forschungsmöglichkeiten konstruktiv diskutiert werden.

Thematische Schwerpunkte:

  • Modellierungskompetenzen von Schülerinnen und Schülern
  • Professionelle Kompetenzen zum Lehren mathematischen Modellierens von Studierenden
  • Theoretische Überlegungen/Konzeptionen zum mathematischen Modellieren
MS 6: Neue Perspektiven auf Bruchzahlen


Frank REINHOLD, München
Andreas OBERSTEINER, Freiburg

Ein Verständnis für den Bruchzahlbegriff gilt als zentrales Lernziel im Inhaltsbereich Zahl und als Erfolgsindikator für spätere mathematische Leistungen. Jedoch sehen sich zahlreiche Schülerinnen und Schüler beim Erlernen des Bruchzahlbegriffs großen Schwierigkeiten gegenüber. Auf Grund ihrer „Schlüsselrolle“ für das Lernen von Mathematik stellen Bruchzahlen traditionell ein zentrales Forschungsfeld der nationalen wie internationalen Fachdidaktik dar, sind aber gleichzeitig auch im Fokus kognitionspsychologischer – und seit einigen Jahren auch neurowissenschaftlicher – Studien. Diese interdisziplinären Forschungsarbeiten haben das Potenzial, den Erwerb des Bruchzahlbegriffs aus neuen Perspektiven zu betrachten, aus denen sich möglicherweise neue Handlungsempfehlungen für den Mathematikunterricht ableiten oder Fehlvorstellungen von Schülerinnen und Schülern erklären lassen. In diesem Minisymposium möchten wir neue Erkenntnisse zum Bruchzahlbegriff, zu Fehlvorstellungen und zu spezifischen Fördermöglichkeiten vor dem Hintergrund interdisziplinärer Forschungsarbeiten oder neuartiger Forschungsmethoden diskutieren.

Thematische Schwerpunkte:

  • Neue Perspektiven auf den Bruchzahlbegriff
  • Neue Erkenntnisse zu Fehlvorstellungen oder Förderansätzen
  • Interdisziplinäre oder moderne Forschungsmethoden
MS 7: Frühe mathematische Bildung


Julia BRUNS, Paderborn
Hedwig GASTEIGER, Osnabrück
Miriam M. LÜKEN, Bielefeld

Forschung zur frühen mathematischen Bildung ist grundlegend, um den zentralen Bildungsbereich Mathematik im Elementarbereich sachgerecht, anschlussfähig und wirksam zu gestalten. Das Symposium Frühe mathematische Bildung möchte das mathematische Lernen der 0- bis 7-Jährigen aus den Perspektiven der verschiedenen Akteure betrachten. Aus Kindperspektive bieten wir ein Diskussionsforum für fachdidaktisch-entwicklungspsychologisch orientierte Forschung zur Entwicklung des Wissens und Denkens bezogen auf die mathematischen Inhaltsbereiche sowie die prozessbezogenen Kompetenzen. Aus der Perspektive der frühpädagogischen Fachkraft sollen Aus- und Fortbildungskonzepte sowie die Bedeutung professioneller Kompetenzen der frühpädagogischen Fachkräfte im Hinblick auf das Mathematiklernen der Kinder diskutiert werden. Der dritte thematische Schwerpunkt beleuchtet das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichen Akteuren und Sozialisationsinstanzen im Kontext der frühen mathematischen Bildung.

Thematische Schwerpunkte:

  1. Mathematiklernen in den verschiedenen Bereichen:
    (Entwicklungs-) Forschung zur Zahlbegriffsentwicklung, zu frühem geometrischen Denken, Musterkompetenzen, Verständnis von Größen und Wahrscheinlichkeit, Kommunikations- und Argumentationskompetenzen beim mathematischen Lernen etc.
  2. Ausbildung und Professionalisierung von frühpädagogischen Fachkräften:
    Forschung zu Ausbildungs- und Professionalisierungskonzepten, professionelle Kompetenzen von frühpädagogischen Fachpersonen, Effekten von professioneller Kompetenz/ Fortbildungen im Bereich Mathematik auf das Mathematiklernen der Kinder etc.
  3. Interaktionen und Unterstützung des frühen mathematischen Lernens:
    Forschung zu Lernumgebungen, zur Lernbegleitung, zu Interaktionen innerhalb der Familie, zur Rolle von Eltern und Familie etc.
MS 8: Das Größenverständnis im Grundschulalter


Jessica HOTH, Kiel
Andrea PETER-KOOP, Bielefeld
Silke RUWISCH, Lüneburg

Die Entwicklung von Größenvorstellungen und Messfertigkeiten ist eine wesentliche Aufgabe des Mathematikunterrichts der Grundschule, die für das alltägliche Leben von zentraler Bedeutung ist. Dennoch wird dem Auf- und Ausbau eines frühen Größenverständnisses in Deutschland bisher wenig wissenschaftliche und unterrichtliche Aufmerksamkeit zuteil. Daher erscheint Forschung zu Charakteristika von und Gelingensmerkmalen für einen qualitativ hochwertigen Mathematikunterricht im Bereich Größen und Messen von besonderer Relevanz. Das Minisymposium hat zum Ziel, die neuere Forschung in diesem Bereich auf-zuzeigen, Erkenntnisse zu systematisieren sowie ForscherInnen in diesem Bereich stärker sichtbar werden zu lassen und miteinander zu vernetzen. In gemeinsamer Diskussion sollen weitere Forschungsfelder identifiziert werden.

Folgende thematische Schwerpunkte können in den Vorträgen adressiert werden:

  • Entwicklung von Größenvorstellungen und Messfertigkeiten: Welche Bedingungen fördern den Auf- und Ausbau eines tragfähigen Größenverständnisses? Welche Hindernisse lassen sich identifizieren?
  • Zusammenhang des Größenverständnisses mit anderen Kompetenzen: Welche Zusammenhänge zu anderen mathematischen, ggf. auch außermathematischen Kompetenzbereichen lassen sich feststellen?
  • Unterrichtsmerkmale und deren Auswirkungen: Wie wird das Größen-verständnis im Unterricht adressiert? Welche didaktischen Konzepte lassen sich identifizieren?
  • Professionswissen von Lehrkräften: Über welches Wissen verfügen (angehende) Lehrkräfte zum Aufbau des Größenverständnisses? Welche Schwerpunkte halten sie im Unterricht warum für relevant?
MS 9: Digitalisierung und mathematisches Lernen und Lehren in den Sekundarstufe


Bärbel BARZEL, Duisburg-Essen
Hans-Georg WEIGAND, Würzburg
Daniel THURM, Duisburg-Essen


Das Thema Digitalisierung wird seit vielen Jahren in der Mathematikdidaktik intensiv diskutiert. Das Spektrum reicht dabei von Veränderungen im Mathematikunterricht von der Primarstufe bis zur Sekundarstufe II, Veränderungen der Prüfungsaufgaben insbesondere im Abitur und Veränderungen in der Lehrerbildung (Hillmayr et al. 2017). Mit dem „Digitalpakt Schule“ verstärkt sich noch einmal die Nachfrage nach fachdidaktischen Konzepten der angestrebten Digitalisierung, wobei die vom BMBF ausgegebene Leitlinie eines „Primats Pädagogik“ (BMBF 2016, S. 3) bzw. „Primat des Pädagogischen“ (KMK 2017, S. 4) die Fachdidaktik mit einschließen muss, wie auch in dem Positionspapier der Gesellschaft für Didaktik der Mathematik (GDM 2018) treffend herausgestellt wird.

Die zukünftige Arbeit im Hinblick auf die Digitalisierung im Zusammenhang mit dem mathematischen Lernen und Lehren muss sich auf verschiedene Bereiche konzentrieren:

  1. Lernen & Lehren mit Technologie Es gilt die zahlreichen auf theoretischen Überlegungen und empirischen Untersuchungen basierenden Unterrichtsvorschläge als ein konstruktiv sinnstiftendes und verständnisförderndes Element weiterzuentwickeln.
  2. Digitale Medien in Prüfungen Es gilt die aktuellen und zukünftigen Leistungserhebungen im Hinblick auf den sinnvollen Einsatz digitaler Medien kritisch zu hinterfragen und zu erproben. 
  3. Technologie-Entwicklung Es gilt aktuelle sowie neue Designs digitaler Angebote (wie Apps, Lernvideos, digitale Schulbücher, Augmented und Virtual Reality) mit Blick auf Praxisrelevanz zu entwickeln und zu prüfen.
  4. Lehrer-Professionalisierung zum Technologie-Einsatz: Es gilt aktuelle Konzepte von Fortbildungen weiter zu entwickeln, um Lehrkräfte angemessen auf die Herausforderungen der Digitalisierung vorzubereiten.

Es stellt sich also einerseits die Frage nach bereits bewährten und erprobten Konzepten, andererseits aber auch nach innovativen neuen Entwicklungen für einen effektives Lernen und Lehren mit digitalen Technologien. Dieses Minisymposium will dieses Spektrum für den Mathematikunterricht aufzeigen, möchte darüber hinaus aber auch Konsequenz für die Lehrerbildung diskutieren.

MS 10: Analysis lehren und lernen


Reinhard OLDENBURG, Augsburg
Annalisa STEINECKE, Bayreuth
Stephan GÜNSTER, Würzburg

Die Analysis stellt Lernende und Lehrende sowohl an Schulen als auch an Universitäten vor große Herausforderungen. Einerseits hat die mathematikdidaktische Forschung der letzten Jahre Hürden für Lernende identifiziert und eine stärkere Betonung anschaulicher und intuitiver Zugänge, die geeignete Grundvorstellungen aufbauen, befördert, andererseits ist das Verständnis für den Übergang von Schule zu Hochschule gewachsen. Das Ziel der Befähigung, ein mathematisch-naturwissenschaftliches Fach studieren zu können, macht es erforderlich, die formalen Konzepte der Hochschulmathematik in Beziehung zur schulischen Analysis zu setzen. Umgekehrt ist es für eine erfolgreiche Studieneingangsphase wichtig, die schulischen Gegebenheiten zu bedenken und die Angebote von Hochschulen didaktisch reflektiert weiter zu entwickeln.

Das Minisymposium möchte die Wechselbeziehung dieser beiden Seiten der Analysis diskutieren. Für die Analysis in der Schule ergibt sich die Frage, wie Vorstellungen – insbesondere auch Grundvorstellungen – auszubilden sind, damit sie in Bezug auf formale fachliche Konzepte tragfähig sind. Welche Rolle dabei digitale Werkzeuge einnehmen sollten, ist trotz vieler Vorarbeiten noch immer nicht vollständig geklärt. Auch die Komplexität der für die Analysis notwendigen Fachsprache ist ein Feld mit Forschungsbedarf: Einerseits sollte man informellen und individuellen Formulierungen Raum geben, anderseits erfordert das Prozessziel des Argumentierens eine sprachlich solide Basis.

Für die Hochschulmathematik ergibt sich die Frage, wie die für sie charakteristischen formalen Denkweisen mit intuitiven Vorstellungen so einhergehen können, dass die – bekannten – Schwierigkeiten des Übergangs von der Schule zur Hochschule abgemildert werden können und die Schulanalysis konstruktiv auch in der Hochschule wirken kann. Dazu sollen Möglichkeiten und Chancen, aber auch Probleme und Schwierigkeiten diskutiert werden.

Thematische Schwerpunkte:

  • Entwicklung von (Grund-)Vorstellungen und Fehlvorstellungen zur Analysis
  • Brücke zwischen Schule und Universität bzw. Hochschule
  • Technologieeinsatz
  • Innovative Lehr- und Lernkonzepte
MS 11: Hochschuldidaktik: Fachbezogenes Design und empirische Studien


Rolf BIEHLER, Paderborn
Leander KEMPEN, Rostock
Walther PARAVICINI, Tübingen

Das Minisymposium ist offen für Beiträge, die sich auf verschiedene mathematikhaltige Studiengänge beziehen: Bachelor und Master Mathematik, Fachausbildung im Lehramt Mathematik, Mathematik im Service, einschließlich der darauf bezogenen Vorkurse.

Dieses Minisymposium fokussiert auf theoretisch fundierte empirische Forschungsbeiträge, die mit qualitativen oder quantitativen Methoden arbeiten.

Mögliche Forschungen könnten sich darauf beziehen, welche affektiven und kognitiven Lernvoraussetzungen unsere Studierenden mitbringen und welche Faktoren zum Studienerfolg besonders beitragen oder Wirkungen von speziellen Interventionsmaßnahmen untersuchen. Neben Studien zum Verständnis mathematischer Begriffe und Theorien könnten sich Forschungen auch auf mathematische Arbeitsweisen beziehen.

MS 12: Semiotik, Zeichen und Sprache in der Mathematikdidaktik


Gert KADUNZ, Klagenfurt
Barbara OTT, St. Gallen
Christof SCHREIBER, Gießen

Seit mehr als dreißig Jahren – im dt. Sprachraum vor allem ausgehend mit Überlegungen von Michael Otte (2018) – finden sich in der Mathematikdidaktik zahlreiche Beiträge zum Zeichengebrauch, also semiotisch orientierte Texte. Diese konzentrieren sich sowohl auf die Beschreibung der Handlungen von Mathematiklernenden als auch auf die Orientierung von Unterrichtsinhalten. Unter den konkurrierenden semiotischen Theorien, wie etwa jener von Ch.S. Peirce, der Semiotik von Ferdinand de Saussure oder psychologisch orientierten Ausformungen bei Lev Vygotsky, hat sich in der deutschsprachigen Mathematikdidaktik die Peirce´sche Semiotik als eine tragfähige semiotische Theorie herausgestellt (vgl. Kadunz, 2010). Dies ist vor allem Arbeiten von Michael Hoffmann (2005) zu verdanken.

Das angedachte Minisymposium beschäftigt sich mit semiotischen Ansätzen als verwendbare Werkzeuge zur Interpretation des Lehrens und Lernens von Mathematik. Dazu gehört auch insbesondere die Verwendung von verschiedenen Darstellungen in Lehr-Lernprozessen und die unterschiedliche Nutzung von Sprache in mathematischen Situationen auf unterschiedlichen Altersstufen und für verschiedene fachliche Inhalte.

Thematische Schwerpunkte:

  • Semiotische Ansätze zur Analyse des Lehrens und Lernens von Mathematik
  • Verwendung von Darstellungen in mathematischen Lehr-Lernprozessen
  • Analyse der Nutzung von Sprache in mathematischen Situationen
MS 13: Mathematisches Argumentieren und Beweisen: Bewertung von Prozessen


Daniel SOMMERHOFF, München
Christine KNIPPING, Bremen
Esther BRUNNER, Kreuzlingen

Mathematisches Argumentieren und Beweisen sind zentrale Aktivitäten im Bereich der Mathematik. Nachdem der Kodierung von Argumentations- und Beweisprodukten auf der GDM 2019 ein Minisymposium gewidmet wurde, soll nun die Analyse entsprechender Prozesse fokussiert werden, um so beide Perspektiven bei der Erforschung des mathematischen Argumentierens und Beweisens systematisch zu adressieren. Die Darstellung methodischer Herangehensweisen und Analyseverfahren sowie ein Vergleich ebendieser auf einer Metaebene sind insbesondere deshalb interessant, weil Prozessanalysen sich a) oft im Spannungsfeld von qualitativer und quantitativer Forschung befinden und b) vor dem Hintergrund verschiedener Theorien und Perspektiven, bspw. aus der Philosophie, Psychologie oder unterrichtspraktischen Perspektiven, durchgeführt werden.

Zur Adressierung der unterschiedlichen methodischen Herangehensweisen und Analyseverfahren von Argumentations- und Beweisprozessen werden im Rahmen des Minisymposiums Forschende verschiedener Standorte ihre Verfahren im Kontext aktueller Studien vorstellen. Dies involviert die Darstellung von grundgelegten theoretischen Konzeptionen, methodischen Herangehensweisen, verwendeten Bewertungsverfahren und deren Anwendung an Beispielen. In einer abschließenden Diskussion werden die verschiedenen Herangehensweisen durch einen Diskutanten/eine Diskutantin kontrastiert und kritisch reflektiert. Die Ergebnisse des Minisymposiums sollen so dazu beitragen, die Bewertung von Argumentations- und Beweisprozessen innerhalb des deutschsprachigen Forschungskontexts zu diskutieren und auf Chancen und Grenzen hin zu beleuchten.

Thematische Schwerpunkte:

  • Methodische Herangehensweisen zur Erhebung von Daten rund um Argumentations- und Beweisprozesse
  • Analyse und Auswertungsverfahren für Argumentations- und Beweisprozesse
MS 14: Hochschuldidaktik: Selbstorganisiertes Lernen und Gender


Robin GÖLLER, Lüneburg
Inka HAAK, Halle an der Saale
Nicola OSWALD, Wuppertal
Jörn STEUDING, Würzburg

Dieses Minisymposium fokussiert und vereint die beiden Themen selbstorganisiertes Lernen von Mathematikstudierenden und Gender in der Hochschuldidaktik Mathematik.

Der Frauenanteil von Studium bis Professur nimmt stetig ab. Zum einen scheint also das Studium der Mathematik tendenziell männliche Studierende zu halten, zum anderen wird eine Vorbildfunktion durch Lehrende eher von männlichen Personen ausgefüllt. Die Lehrperson spielt eine entscheidende Rolle bei der Identifikation und der eigenen Performance im Fach Mathematik. Der erste Themenkomplex dieses Minisymposiums stellt Aspekte des gender-sensiblen Verhaltens und gender-kompetenten Lehrens an der Hochschule in den Vordergrund. Insbesondere im Hinblick auf die vier Dimensionen Fachkompetenz, Methodenkompetenz, Sozialkompetenz und Selbstkompetenz analysieren wir konkrete Beispiele aus der Hochschuldidaktik und diskutieren zukunftsweisende Möglichkeiten für Veranstaltungsformate und Lehrmethoden.
Der zweite Themenkomplex befasst sich mit Fragen zu individuellen und gruppenbezogenen Formen der Selbstorganisation von Studierenden mathematikhaltiger Studiengänge. Mit dem Übergang von der Schule zur Hochschule ändern sich im Vergleich zur Schule die Anforderungen und Rahmenbedingungen selbstorganisierten Lernens und stellen damit viele Studierende vor Herausforderungen. Im Selbststudium eignen sich Studierende Wissen eigenständig und im Austausch mit anderen an. Die Frage, wie Studierende das Selbststudium organisieren und welche Einflussfaktoren dabei relevant sind, steht im Zentrum dieses Themenkomplexes.


Das Minisymposium ist offen für Fragen zu einer gendersensiblen Lehre sowie individuellen und gruppenbezogenen Formen der Selbstorganisation von Studierenden mathematikhaltiger Studiengänge. Willkommen sind Beiträge, die eine dieser Fragen thematisieren oder beide vereinen.


Thematische Schwerpunkte:

  • Wie kann Mathe an der Hochschule gender-sensibel gelehrt werden?
  • Wie organisieren Mathematikstudierende ihr Selbststudium?
  • Welche Geschlechterunterschiede zeigen sich beim Lernen von Mathematik an der Hochschule und welche Unterstützungsmaßnahmen können bzw. sollten angeboten werden?

 

Die Formatvorlage zur Einreichung wird in den nächsten Tagen zur Verfügung gestellt (vgl. Terminübersicht).